Herzlich Willkommen im Waldorfkindergarten Karlsbad!

Auf den folgenden Seiten möchten wir uns vorstellen, Einblicke in unsere Arbeit geben und nicht zuletzt ein klein wenig Werbung für uns machen. Bitte verwenden Sie die Navigation oben auf der Seite, um mehr über uns zu erfahren.

 

Sommerstimmung

In den letzten Wochen vor den Sommerferien finden besonders viele Feste statt. Eingeleitet wird die Sommerzeit durch das Johannifest. Die Beeren sind zu dieser Zeit reif und wir pflücken im Garten mit den Kindern Erdbeeren, Johannisbeeren und Himbeeren. Damit bereiten wir unser Festessen zu. Mit einigen Liedern und Tänzen feiern wir dann im Garten und essen auch dort.

Die Sommerzeit lockt uns immer mehr nach draußen. Es duftet nach verschiedenen Blüten, Kräutern und Früchten. Überall schwirren Insekten und Schmetterlinge von Blüte zu Blüte. Vögel singen. Die Natur ist voller Leben. Mit allen Sinnen versuchen wir diese Zeit aufzunehmen, damit sie uns in der kalten Jahreszeit begleiten kann.

Ein anderes Fest ist das Sommerfest, das gemeinsam mit den Eltern gefeiert wird. Wir treffen uns dazu am Nachmittag, mit Blumenkränzen geschmückt im Kindergarten Dort sind schon verschiedene Spiele vorbereitet, es können Fische geangelt werden und es gibt verschiedene Wurfspiele. Wir singen und tanzen mit den Eltern unsere Sommertänze. Zur Stärkung gibt es viele Leckereien, die die Eltern vorbereitet haben. Für uns alle ist dies ein besonders schöner Nachmittag und die Kinder genießen es, vieles mit den Eltern gemeinsam zu tun.

Danach geht es langsam ans Abschiednehmen. Praktikanten verlassen uns und natürlich auch die Schulabgänger. Gerade für die Vorschulkinder sind diese letzten Wochen besonders intensiv. Vieles muss noch fertiggestellt oder nochmals gespielt werden. Manche liebgewordenen Rituale werden ein letztes Mal erlebt und ausgekostet. So vieles steckt in diesen letzten Wochen und schließlich ist der letzte Kindergartentag für unsere Großen gekommen. Ein Lebensabschnitt geht zu Ende –  Neues wartet darauf entdeckt zu werden.


Rückblick: Tag der offenen Tür

Am ersten Sonntag im Mai trafen wir uns bei wunderschönem Wetter um 14.30 Uhr zur gemeinsamen Eröffnung. Ein vielstimmiger Chor mit den Kindern und allen Anwesenden stimmte uns auf den Nachmittag ein. Danach gab es für die Kinder das liebevoll gestaltete Puppenspiel „Pimpernell“. Außerdem konnte man ein Bastelangebot wahrnehmen. Mit Eifer haben die Kinder Edelsteine im Sandkasten gesucht.

Viele Interessierte, Ehemalige und Familien des Kindergartens waren gekommen. Bei allerlei Leckereien, die die Eltern gezaubert hatten, konnte man sich verwöhnen lassen. In schöner Atmosphäre entstanden viele angeregte Gespräche in Haus und Garten. Überall sprangen Kinder umher und freuten sich.

Ein Verkaufsstand mit selbst hergestellten schönen Dingen bereicherte das Angebot. Natürlich ist der Nachmittag auch immer eine Möglichkeit unseren Kindergarten kennenzulernen und sich zu informieren.

Ein ganz herzliches Dankeschön noch allen Helfern, die zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben.


Osterzeit

Der Frühling naht und mit ihm auch das nächste Fest: Ostern. Wir werden das Osterfest im Kindergarten vorbereiten – gefeiert wird es erst zu Hause.

Etwa 10 Tage vor Ostern werden wir Weizen einsäen. So erleben die Kinder am Samenkorn, das wie tot in die Erde gelegt wird, wie daraus neues Leben entsteht. Tod und Auferstehung können durch dieses Bild den Kindern näher gebracht werden ohne dass es erklärt werden muss.

Mit dem Hasen haben wir ein weiteres Wahrbild in Bezug auf das Osterfest. Er ist das Bild für Selbstlosigkeit, ein Tier, welches niemandem etwas zuleide tut, selbst jedoch gejagt wird und bereit ist für einen anderen gehetzten Hasen einzuspringen. Diese instinktive Selbstlosigkeit ist beim Hasen wesenhaft und kann nicht wie beim Menschen aus dem Bewusstsein heraus geleistet werden.

Das Osterei ist ein ganz besonderes Ei, was schon durch seine äußere Gestaltung sichtbar wird. Durch seine Farben unterscheidet es sich von den gewöhnlichen Eiern. Das Osterei wird außerdem versteckt und fordert daher auf aktiv zu werden und zu suchen. Kinder lieben dieses Suchen. Dabei kommt es gar nicht darauf an, wieviel wirklich gefunden wird, sondern es geht um das Tun.

Ostern ist ein Fest welches das neue Leben feiert. Während Weihnachten eher die Besinnung auf sich selbst zelebriert, das innerliche und äußerliche Zurückziehen, so ist mit Ostern das Hinausgehen in die Natur, Sinneserfahrungen und Aktivität (z.B. Eier suchen, Osterspaziergang) verbunden. Daher passt das Hühnerei besonders gut zum Osterfest, da der Körper in dieser Zeit das Eiweiß gut verwerten kann und das Körperwachstum anregt. Das Eiweiß, des Hühnereis ist das dynamischste und beweglichste der kompakten Eiweißarten und gilt als das wertvollste, vollwertigste und am meisten zum Wachstum beitragende. Deshalb sollte mit dem Ei bewusst umgegangen werden und den Kindern nicht unbegrenzt Eier zu essen gegeben werden. Traditionell werden auch um Ostern herum die ersten Wildkräuter gesammelt, die durch ihren eher bitteren, sauren Geschmack den Stoffwechsel anregen.

Die Osterfeier im Kindergarten findet am ersten Kindergartentag nach den Ferien statt. Wir backen Osterbrot, es gibt frische Kräuter, gekochte Eier und Quark. Wir schmücken den Tisch und unseren Raum. Wir singen Lieder und machen Spiele. Nach dem Frühstück geht es in den Garten. War der Osterhase auch hier unterwegs?


Fachvortrag: Aufwachen für die Bedeutung des Schlafes

Unzählige Bücher wurden schon gefüllt mit Tipps zum Einschlafen von Kindern. Einen anderen Ansatz wählte Birgit Krohmer mit ihrem Vortrag „Aufwachen für die Bedeutung des Schlafes“. Die Waldorferzieherin, Autorin und Fachberaterin war als Dozentin zu Gast in unserem Kindergarten, eingeladen von der Vereinigung der Waldorfkindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg.

Mit viel Hintergrundinformation spannte sie einen großen Bogen vom Einschlafen zum Aufwachen. Das Leben in Polaritäten ist nach ihrem Verständnis für Kinder von großer Bedeutung. Schlafen und Wachen sind daher nur zwei der Bereiche, in denen eine gute Balance wichtig ist.

Birgit Krohmer diagnostiziert im heutigen Umgang mit Kindern zuhause wie im Kindergarten häufig eine Über-Intellektualisierung. Partizipation der Kinder ist das große Modewort. Kinder werden ständig vor die Wahl gestellt, dürfen/müssen vieles selbst entscheiden, bekommen sehr viel theoretischen Input. Dies führt nach ihrer Beobachtung zu einer Überreizung der Kinder, die sich so stark nach außen orientieren, dass sie sich selbst nicht mehr spüren – und dadurch häufig Verhaltensweisen an den Tag legen, die von ihrem Umfeld als problematisch empfunden werden.

Diese kühle Welt des wachen Verstandes ist nach Krohmer in unserem Umgang mit Kindern stark ausgeprägt, während die ruhige, warme, nach innen gerichtete Seite häufig zu kurz kommt. Als Beispiel führte sie das Erzählen von Märchen auf. Diese könnten den Kindern tagsüber Bilder an die Hand geben, mit denen sie eine Sprache für nächtliches Träumen lernen.

Ganz konkret wurden die Ratschläge zum Thema Aufwachen: Schön ist es, dem Kind die Haltung „Ich erwarte dich“ zu signalisieren. Dies geht am besten, wenn die Eltern vor dem Kind wach und vorbereitet sind. Geräusche, Licht, frische Luft können dem schlafenden Kind signalisieren, dass es bald Zeit ist aufzuwachen. Da kleine Kinder in der Regel Frühaufsteher sind, kann dies für Eltern sehr fordernd sein. Wichtig ist daher auch die Frage: Wie teile ich mir selbst meine Kräfte über den Tag ein? Wo brauche ich Pausen? Etabliere ich mit meinen Kindern eine Mittagsruhe?

Nach Krohmers Erfahrung lohnt es sich, bei Einschlafproblemen von Kindern einen Blick auf den Morgen zu werfen. Denn die individuell nötige Schlafmenge eines Kindes ist nicht manipulierbar. Den Beginn des Morgens kann man als Eltern jedoch nach eigenen Bedürfnissen bestimmen und gestalten.

Buchtipp: Stuart Shanker: Das überreizte Kind