Ist nicht immer ein bisschen Fasching?

Wer Kindergartenkinder beim Spielen beobachtet, hört immer mal wieder den schönen Satzanfang: „Ich wär‘ jetzt halt…“ Er ist der Auftakt zu einer breiten Palette an Rollenspielen. Während die Allerjüngsten zunächst noch ihre eigene Persönlichkeit entdecken müssen, bevor sie an anderen Rollen Interesse finden, wird das Rollenspiel schon bald DAS Spiel der Kindergartenzeit. Oft nimmt das Vorbereiten, Diskutieren und Rollenverteilen mehr Zeit ein als das eigentliche Spiel. Viele wichtige Fähigkeiten werden dabei erlernt. 

Und plötzlich ist Fasching. Alle verkleiden sich und tun so als ob. Im Grunde genommen geht also alles weiter wie bisher. Braucht es da überhaupt ein Faschingsfest? Was wir jedenfalls nicht brauchen, sind perfekt ausgearbeitete Kostüme, die oft mehr den Erwachsenen als den Kindern gefallen. Wir schätzen es, wenn die Verkleidung den Kindern auch an Fasching etwas Spielraum lässt. Nur wenige Accessoires sind dazu nötig. Die Kinder sind in ihrer Vorstellungskraft und der Ausübung ihrer Rollen sehr flexibel. Und doch bekommt die Faschingszeit bei uns wie auch die anderen Jahreszeitenfeste einen besonderen Rahmen. 

Gerade nach der besinnlichen Weihnachts- und Dreikönigszeit genießen es die Kinder sehr, ausgelassen und lustig sein zu können. Der beliebte Faschingskasperl reist schon Wochen vorher an und lässt so manches im Kindergarten Kopf stehen und sorgt mit seinem Übermut für große Heiterkeit und Kopfschütteln. Jede Gruppe bereitet sich außerdem ausführlich auf ihr Faschingsmotto vor: In der Sternengruppe geht es auf große Seefahrt und in der Sonnengruppe ist der Kasper zu Besuch im Elfenland. Die Vorschulkinder helfen Wimpelketten zu nähen, die nach und nach den Raum schmücken. 

An den Faschingstagen selbst steht das Verkleiden natürlich stärker im Fokus als sonst, es gibt besondere Leckerbissen und lustige Spiele. Aber wir achten darauf, dass unsere Routinen gerade den jüngeren Kindern auch weiterhin einen sicheren Rahmen geben. So können die Kinder in ihre Spiele eintauchen und für den Beobachter ist auch in diesen Tagen immer wieder ein „Ich wär‘ jetzt halt…“ zu hören. 

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