Träger des Kindergartens ist der „Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik e.V.“ in Karlsbad. Die Mitgliedschaft im Verein ist bei Eintritt in den Kindergarten verpflichtend. Mindestens einmal jährlich findet eine Mitgliederversammlung statt. Die Geschäftsführung des Vereins obliegt dem Gesamtvorstand. Dieser besteht aus fünf gewählten Mitgliedern, den Erzieherinnen sowie bis zu fünf Beisitzern. Sie übernehmen gemeinsam die Leitungsaufgaben für den Kindergarten. Weiteres ist in der Satzung geregelt. 

Rolle der Eltern

Der Kindergarten wird nur zum Teil von der Gemeinde bezuschusst. Trotz allgemein steigender Anforderungen an Familien gelingt es bisher, viele Aufgaben im Kindergarten über Elternarbeit zu organisieren. Diese ist oft zeitraubend, trägt aber auch zur Verbindung mit dem Kindergarten und seinen Menschen bei. Wir verstehen uns als Gemeinschaft, in der nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene und Geschwister einen Platz finden und sich jeder nach seinen Möglichkeiten einbringen kann und soll. Auch die Kinder nehmen wahr, dass ihre Familien Zeit und Kraft in den Kindergarten investieren und erfahren dadurch Wertschätzung. Um die notwendigen Arbeiten zu organisieren gibt es Arbeitskreise. 

Gebäudepflegekreis: Die Mitglieder kümmern sich kontinuierlich um die Instandhaltung des Gebäudes. Mit viel Geschick und Einsatzbereitschaft ersparen sie uns manche Handwerker-Rechnung.

Kindergarten Blog

Gartenkreis: An vielen Nachmittagen und manchen Wochenenden im Jahr wird hier gemeinschaftlich mit den Kindern gepflanzt, gegossen, Unkraut gezupft, gemäht und geschnitten. Auch ein gemütliches Vesper gehört meistens dazu.

Bastelkreis: Gemeinsam in der Gruppe oder in Heimarbeit entsteht im Bastelkreis Gefilztes, Genähtes, Gestricktes… zum Spielen oder Dekorieren. Die Ergebnisse werden mehrmals im Jahr an Basar- und Marktständen verkauft. Neben dem finanziellen Beitrag erfüllt der Bastelkreis damit die wichtige Aufgabe, den Kindergarten zu repräsentieren und bekannt zu machen. 

 

Vorbereitungskreis: Feste und Veranstaltungen wollen gut organisiert sein. Dafür gibt es den Vorbereitungskreis. Er organisiert die Verpflegung, teilt Standdienste sowie Auf- und Abbau ein und kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf.

 

Vorstand: Damit der Kindergarten auch organisatorisch rund läuft, kümmern sich die Vorstandsmitglieder um Themen wie Finanzen, Personal, Rechtliches, Gebäudeerhalt und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu ist neben den konkreten Aufgabenfeldern einmal im Monat abendliche Ausdauer gefragt, wenn über die genannten Themen beratschlagt und entschieden wird. 

Historie: Es war einmal...

…ein Grüppchen junger Karlsbader Mütter, die auf der Suche nach einem Erziehungsweg waren, den sie mit ihren Kindern betreten konnten. Sie bildeten eine Krabbelgruppe. Bald blitzte der Gedanke auf, einen Waldorfkindergarten zu gründen. Die Idee zog rasch Kreise und zu einem ersten Treffen der Gründungsinitiative im Sommer 1986 waren viele Interessierte anwesend.

Die inzwischen entstandene Spielgruppe fand zunächst in einem Kellerraum im Nachbarort Reichenbach eine Bleibe. Dieser wurde liebevoll in eine heimelige Spielstube verwandelt, in der die Kleinen nach waldorfpädagogischen Gesichtspunkten betreut wurden.

Der „Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik e.V.“ wurde gegründet und nach Beratungen mit dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und verschiedenen Ämtern schien der Gründung eines Kindergartens im Frühling 1988 nichts mehr im Wege zu stehen. 

Die ersten Pläne für einen Kindergarten-Neubau wurden geschmiedet.

Bevor diese Pläne Wirklichkeit werden konnten, mussten noch einige Hürden und Krisen durchlebt werden. Da der Kellerraum in Reichenbach nicht länger zu zur Verfügung stand und ans Bauen zunächst nicht zu denken war, streckte man die Hände nach einer Zwischenlösung aus. Eine Karlsbader Familie bot ihren Schuppen im Garten zum Ausbau an, um dort eine geborgene Bleibe für die Kinder zu schaffen, bis der Neubau fertig sein würde. Die Eltern halfen tatkräftig. Alte Steine wurden abgeklopft, eine neue Mauer gebaut. Dort wurde im April 1989 der Waldorfkindergarten Karlsbad eingeweiht.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten lief der Kindergartenbetrieb bald wie am Schnürchen. Es wurden Kräfte frei, den Kindergarten-Neubau anzugehen. So konnte im April 1991 tatsächlich die Baugrube ausgehoben werden und der Grundstein gelegt werden.

Bau des Kindergartens: Erfahrungsbericht einer Mutter

Schauen wir in das Frühjahr 1991. Endlich war es so weit: Die Baufirma hob die Baugrube aus. Die Eltern begannen mit ihrer ersten Arbeit. Es galt, die Pflastersteine des Parkplatzes wegzuschaffen, auf dem sich jetzt zum Teil das Grundstück befand. Schon bald konnte das Fundament betoniert und an einem sonnigen Tag im April feierlich der Grundstein gelegt werden.

So ging es dann weiter: Die Kellerdecke schaffte erste Räumlichkeiten und täglich liefen unsere beiden Architekten mit Schnüren und Zollstock, mit Stift und Zettel herum, um auszumessen und zu diskutieren. Noch waren wir übrigen Baulaien, doch das änderte sich schnell. Der Zimmermann fertigte die tragende Holzkonstruktion. Wir Eltern trieben nun alle verfügbaren Dielen und Türen zusammen und begannen mit den Verschalungsarbeiten für den Lehm.

Und dann kam endlich der Lehm. Ja, sollte das wirklich Lehm sein? Ein dampfender Berg, der eher einem Misthaufen ähnlich sah!? Doch es konnte uns nichts abhalten. Noch nicht einmal das völlig verregnete erste Lehmwochenende, an dem wir das lang Erwartete endlich beginnen wollten. Mit Freude benutzten wird die Stampfer und später sogar unsere Füße, um die ersten Lehmmauern zu errichten. Auch unsere Kinder hatten ihren Spaß, denn wir stellten sie einfach in die Verschalung hinein.

 

 Wo sonst können sie so herrlich im Lehm matschen? Wochenlang noch sollten die Lehmwände uns und unsere Helfer beschäftigen. Schüler der Waldorfschule Karlsruhe stampften während der Bauepoche. Und als das fertig angelieferte Material ausging, half uns eine Klasse des Langensteinbacher Gymnasiums, ein Lehm-Sand-Stroh-Wasser-Gemisch herzustellen. Große Bütten standen bereit, in denen der Lehm aufgeweicht und zubereitet wurde. Im Juli 1991 wurde Richtfest gefeiert.

Unendlich viel gab es noch zu tun an Eigenleistung und oft war es hart an der Grenze des Möglichen für den Einzelnen. Es bedurfte der Toleranz und der Diplomatie, um diesen Kindergarten zu bauen. Ich glaube sagen zu können: Wir können uns in der Gruppe auch nach dieser harten Zeit noch gerade in die Augen schauen.

Es war ein Fest, als die Kinder, beladen mit Spielsachen und Hausschuhen im Mai 1992 in den Kindergarten einziehen durften. Wie schauten die Kinder, als unsere unermüdliche Bauleiterin der Erzieherin feierlich den Schlüssel übergab. Uns standen Tränen der Freude in den Augen. Durch die Gestaltung des Kindergartens ist uns allen ein besonderes Erlebnis geschenkt worden und schon alleine durch dieses strahlt der Kindergarten Freude und Lust aus.

 

Spenden

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Sparsames Wirtschaften liegt uns – auch aus pädagogischen Gründen – am Herzen. Spielzeug besitzen wir wenig, es besteht häufig aus Naturmaterialien oder wird selbst hergestellt und auch immer wieder repariert. Essensreste werden weiterverarbeitet oder mittags als Snack für hungrige Kinder gereicht.

Die Gemeinde bezuschusst die Ausgaben des Kindergartens mit einem bestimmten Satz. Darüber hinaus finanzieren wir uns über die Kindergarten- und Mitgliedsbeiträge. Für besondere 

Anschaffungen wie beispielsweise neue Küchengeräte oder unser Klettergerüst im Garten sind wir auf Spenden angewiesen. Über eine Unterstützung freuen wir uns immer:

Sparkasse Karlsruhe
IBAN: DE69660501010001655687
BIC: KARSDE66XXX

Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Gerne lassen wir Ihnen auf Anfrage eine Spendenquittung zukommen.

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